DRK Manniske Krankenhaus Bad Frankenhausen

Leistungsspektrum

Anästhesie

Die Abteilung  für Anästhesie führt jährlich ca. 3600 Narkosen als Voll- oder Teilnarkose durch, davon 60% bei Menschen über 70 Jahren. Ca. 10-15% entfallen auf unterschiedliche Regionalanästhesien bzw. Kombinationsverfahren. Angefordert werden Narkosen dabei nicht nur von den operativen Fachgebieten sondern auch von Kardiologen, Internisten oder Gastroenterologen z.B. bei  schmerzhaften oder lang dauernden diagnostischen Eingriffen.

Zur Durchführung und Überwachung der Narkose stehen uns moderne Narkose- und Monitoringsysteme zur Verfügung, darüber hinaus verfügt die Abteilung  über die Möglichkeit der maschinellen Autotransfusion.
Neben der Tätigkeit für ihre Patienten engagieren sich die Mitarbeiter der Abteilung auch regelmäßig für die Ausbildung von Kollegen aus anderen Fachgebieten in Rahmen ihrer Facharztausbildung. Wir bilden und weiterbilden zusätzlich unsere Notärzte.

Vor dem Eingriff steht das Narkosevorgespräch für Ihre offenen Fragen und Wünsche

Operationen und auch die damit verbundenen Narkosen sind häufig mit Unsicherheit und Angst verbunden. Vor einer Operation bereiten die Anästhesisten die Patienten auf den chirurgischen Eingriff vor. Sie versuchen, deren Stress einzudämmen, indem sie die Angst der Patienten vor der Operation, während der Narkose und vor dem Unbekannten, ernst nehmen. Im Mittelpunkt der Vorbereitung steht das persönliche Gespräch über die Abläufe und das individuell abgestimmte Anästhesieverfahren. In diesem Gespräch, durch das Studium Ihrer Krankenunterlagen und durch eine gezielte Untersuchung werden sich die Ärzte unserer Klinik ein Bild von Ihrem Gesundheitszustand machen. Wir werden mit Ihnen die für Sie in Frage kommenden Narkoseverfahren besprechen und Sie beraten, damit das für Sie beste Verfahren zum Einsatz kommt. In besonders gelagerten Fällen können zusätzliche Untersuchungen und Maßnahmen zu Ihrer Sicherheit erforderlich sein. Auch dies wird vor der Operation mit Ihnen abgestimmt. Im Aufklärungsgespräch können und sollten Sie alles fragen, was Ihnen unklar ist. Es ist unser Ziel, Sie nach bestem Wissen und Gewissen entsprechend der aktuellen nationalen und internationalen Erkenntnisse und Leitlinien zu behandeln und alle Vorkehrungen zu treffen, damit Sie die Operation sicher und unbeschadet überstehen. Die Erfahrung unserer Narkoseärzte, aufwändige Überwachungsgeräte und erprobte, an Nebenwirkungen arme Medikamente machen sowohl kurze als auch lange Operationen mit größtmöglicher Sicherheit möglich.

Für die meisten operativen Eingriffe stehen heute mehrere Verfahren zur Auswahl: Neben der klassischen Vollnarkose bietet die Klinik auch Teilnarkosen (Regionalanästhesie) an. Je nach Fall ist es sinnvoll, dem einen oder anderen Verfahren den Vorzug zu geben oder auch beide zu kombinieren. Der Anästhesist berät bei der Auswahl und berücksichtig persönliche Wünsche.

Da sich die Patienten in der Nacht vor einem Eingriff möglichst entspannen sollen, wird im Bedarfsfall ein mildes Schlafmittel verordnet. Patienten, die nach einem Eingriff auf der Intensivtherapiestation versorgt werden müssen oder für die eine spezielle Schmerztherapie geplant ist, werden in der Regel bereits jetzt auf die sie erwartende Situation vorbereitet.

Im Operationssaal

Der Begriff Anästhesie stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Betäubung“. Heutzutage hat sich allgemein der Begriff Narkosemedizin eingeprägt. Operative Behandlungen und invasive Untersuchungen können unter Narkose schmerzfrei durchgeführt werden. Es werden dabei drei Grundformen unterschieden:

  • Die örtliche Betäubung oder Lokalanästhesie, bei der nur ein kleiner Bezirk des Körpers empfindungslos gemacht wird.
  • Die Regionalanästhesie oder Teilnarkose, die sich auf einen größeren Körperabschnitt erstreckt.
  • Die Allgemeinanästhesie oder Vollnarkose, durch die der Patient in einen schlafähnlichen Zustand versetzt wird

Bei einer Vollnarkose wird ein Schlafmittel verabreicht, das den Patienten schnell und sanft einschlafen lässt. Der Anästhesist wird während des gesamten Eingriffs an seiner Seite sein: Er wird weitere Medikamente zur Aufrechterhaltung der Narkose geben, den Blutdruck und das EKG laufend überwachen und die regelmäßige Atmung sicherstellen. Unterstützt wird der Anästhesist dabei von einer in der Anästhesie- und Intensivpflege speziell qualifizierten Pflegekraft. Während des Narkoseschlafs verspüren die Patienten keinerlei Schmerzen. Bei größeren Eingriffen werden bei Bedarf Blutprodukte verabreicht und weitere Überwachungsgeräte angeschlossen. Die modernen Anästhesie- und Überwachungsverfahren garantieren auch bei schwersten Erkrankungen eine sichere Narkose.
Bei der Teilnarkose wird die Schmerzleitung des Körpers nur in den Regionen ausgeschaltet, in denen der operative Eingriff stattfindet. Patienten können sich aussuchen, ob sie während der Teilnarkose wach sein wollen oder ein leichtes Schlafmittel erhalten möchten. Auch bei diesem Verfahren werden Narkose, Atmung und Kreislauf während der gesamten Dauer der Operation ärztlich überwacht.
Nachdem die Patienten das Bewusstsein wiedererlangt haben, werden sie auf Station gebracht, wo  noch für einige Zeit Atmung und Kreislauf weiter von den Pflegekräften und Ärzten der Abteilung  kontrolliert werden.  Patienten nach größeren Eingriffen oder mit schweren Begleiterkrankungen werden auf der Intensivstation  weiter anästhesiologisch versorgt, bis auch sie auf die Normalstation verlegt werden können.

Interdisziplinäre Intensivmedizin

Auf unserer Interdisziplinärer  Intensivstation versorgt ein spezialisiertes Team alle Patienten nach großen operativen Eingriffen der Fächer Allgemeinchirurgie und  Unfallchirurgie.

Auf der  Intensivstation mit 5  Beatmungsplätzen werden neben Patientinnen und Patienten nach großen operativen Eingriffen insbesondere Menschen mit schweren Erkrankungen (Herzversagen, COPD, … ) und lebensbedrohlichen Infektionen (Sepsis) rund um die Uhr durch ein erfahrenes Team aus Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften betreut. Pro Jahr werden ca. 500 Patienten auf der Intensivstation betreut, wobei der Anteil an Beatmungspatienten bei etwa 10% liegt. Dabei kommen alle modernen Methoden der Intensivmedizin inkl. der Organersatzverfahren wie Hämodialyse zum Einsatz.

24 Stunden am Tag stehen Fachärzte für Anästhesie und Intensivmedizin, Assistenzärzte und Fachpflegekräfte mit jahrelanger Ausbildung in der Intensivmedizin im Team bereit, um jederzeit eine optimale Therapie zu gewährleisten.

Das Team der Intensivtherapiestation ist außerdem für den Reanimationsdienst der peripheren Stationen zuständig.

Notfallmedizin

Der Notarztwagen am Manniske Krankenhaus wurde im Jahr 1991 etabliert. Im Jahr 2016 wurde er 1390 Mal in Anspruch genommen. Ärztlich geleitet wird der Stützpunkt von der Abteilung  für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, die auch 50% der ärztlichen Besetzung stellt. Alle Ärztinnen und Ärzte, die am Rettungsdienst teilnehmen, sind im Besitz einer besonderen Zusatzqualifikation „Notfallmedizin“.

Schmerztherapie

Jeder weiß aus eigenem Erleben, was Schmerz ist, aber jeder Mensch besitzt eine andere Schmerzempfindlichkeit. Entsprechend werden wir die Schmerztherapie vor oder nach einer Operation  individuell für jeden Patienten anpassen.

Zur Schmerztherapie stehen eine Reihe von Schmerzmedikamenten in Form von Tabletten, Tropfen, Pflaster oder Zäpfchen zur Verfügung. Manchmal werden Medikamente aber schlecht vom Körper aufgenommen und müssen dann über andere Wege zugeführt werden. Bei stärkeren oder stark schwankenden Schmerzen können wir programmierbare Pumpensysteme einsetzen.

Eine weitere sehr gute Möglichkeit der Schmerzausschaltung bieten Nervenblockaden einzelner Körperregionen. Hierzu werden dünne Katheter, häufig  bereits vor der Operation, gezielt in die Nähe von Nerven oder rückenmarksnah gelegt. Anschließend  können die Katheter entweder nur bei Bedarf zu bestimmten schmerzhaften krankengymnastischen Übungen mit örtlichen Betäubungsmitteln benutzt werden, oder die Schmerzmedikamente  werden über eine Spritzenpumpe kontinuierlich verabreicht.

In unserer Klinik werden zur Schmerztherapie im operativen Bereich folgenden Nervenblockaden eingesetzt:

Periduralanästhesie mit Katheter:

Diese Methode eignet sich besonders für Operation im Bauchraum, Unterleib und an den Beinen. Neben der Schmerzminderung kann diese Methode auch zur Durchblutungsverbesserung oder zur Verhinderung einer Darmlähmung genutzt werden.
Hierbei  wird ein Katheter im Wirbelkanal, in einen schmalen Raum zwischen zwei Häuten (sogenannter Periduralraum) nah an Nerven oder Rückenmark gelegt. Da die Einstichstelle vorher betäubt wird, ist die Anlage des Katheters selbst nicht sehr schmerzhaft.
Die Punktionshöhe richtet sich nach der vorgesehenen Operation und kann sowohl im Bereich der Brustwirbelsäule (thorakale Peridualanästhesie), der Lendenwirbelsäule (lumbale Periduralanästhesie) oder des Kreuzbeins stattfinden.

Nervenblockaden für Eingriffe an Schulter, Arm und Hand:

Mithilfe einer elektrischen Stimulation oder Ultraschal wird gezielt ein Nervenstrang (Plexus) in der Achselhöhle (axillärer Plexus), im Bereich des Schlüsselbeins (infraklaviculärer Plexus) oder der Halsmuskulatur (interskalenärer Plexus) aufgesucht und betäubt  oder/und dort ein Katheter gelegt. Auch hier lässt sich die schmerzlindernde mit der durchblutungsfördenden Wirkung kombinieren.

Nervenblockaden im Beinbereich:

Auch bei den Blockaden im Beinbereich wird mit elektrischer Stimulation oder Ultraschall der entsprechende Nerv aufgesucht.
Nervus femoralis Blockade (sogenannter 3 in 1 Block): Diesen Nerv können wir bei Oberschenkelbrüchen, Knie- oder Hüftoperationen in der Leiste blockieren.

Distale Ischiadicusblockade:

Zur Schmerztherapie oder Durchblutungsförderung unterhalb des Knies kann ein Katheter etwas oberhalb vom Knie gelegt werden.

Alle Methoden haben spezielle Vor- und Nachteile  oder Risiken, nutzen Sie das Gespräch mit ihrem Anästhesisten, um das für Sie optimale Vorgehen  rund um die Operation festzulegen.

Wird bei Ihnen ein Nervenkatheter gelegt, werden  Sie nach der Operation bezüglich der Schmerzen von Ihrem Anästhesist und Schwestern auf der Station weiter  betreut. Diese aufwendige Form der Schmerztherapie wird von uns überwacht, bis Sie wieder mit Tabletten, Tropfen, Pflastern oder kurzen Infusionen zurechtkommen.

Ambulante Schmerztherapie

In der Anästhesie hat die Schmerzausschaltung/-linderung allerhöchste Priorität. Um eine möglichst umfangreiche Schmerztherapie gewährleisten zu können, arbeitet die Abteilung für Anästhesie und Intensivtherapie sehr eng mit unserem medizinischen Versorgungszentrum zusammen. Konsiliarisch werden wir hier von Herrn OA Dipl.-Med. Herzog bei der Behandlung stationärer Patienten mit akuten und chronischen Schmerzen  unterstützt. Außer der medikamentösen Schmerztherapie kommen bei entsprechender Diagnose auch Methoden der Neuraltherapie sowie Injektionen, Infiltrationen und Umflutungen von Nervenwurzeln und kleinen Wirbelgelenken zum Einsatz. Ebenso wird großer Wert auf die Erhaltung  und Wiederherstellung der Mobilität der Patienten gelegt. In den meisten Fällen ist dafür eine enge Zusammenarbeit der Schmerztherapeuten mit der physiotherapeutischen Abteilung  notwendig und möglich. Insbesondere bei unklaren Diagnosen oder therapieresistenten Schmerzen kooperieren wir sehr eng mit Schmerzzentren verschiedener Spezialkliniken, um eine möglichst effektive Schmerzlinderung  zu erreichen.    

Weiterbildung

Auch die Ausbildung gehört zu den Aufgaben unserer Klinik. Dies betrifft Studenten, Rettungsdienstpersonal und auch Pflegekräfte. Als Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Klinik Jena bilden wir gemeinsam mit den anderen Fachabteilungen des Krankenhauses regelmäsig Medizinstudenten aus. Die Fachweiterbildung von Pflegekräften  erfolgt an unserem Abteilung durchgehend.